Die schöne Müllerin

Die Gitarre erreichte im frühen 19. Jahrhundert eine regelrechte Blütezeit. Um 1780 erhielt sie anstelle von fünf doppelten Saiten den noch heute üblichen Bezug von sechs einzelnen Saiten.

Zahlreiche Virtuosen wie Fernando Sor in Paris oder Mauro Giuliani in Wien trugen zu ihrer Verbreitung bei. Andererseits fand sie eine große Anhängerschaft aufgrund ihrer für leichte Begleitungen relativ einfachen Handhabung. Schubert besaß nachweislich mehrere Gitarren; er selbst komponierte ein Terzett für drei Männerstimmen und Gitarre. Verleger wie Anton Diabelli oder Wenzel Matiegka – beide waren als Gitarristen bekannt – veröffentlichten nicht nur eigene Kompositionen, sondern auch zahlreiche Bearbeitungen, vor allem Lieder „mit Begleitung der Guitarre“. Auch der gesamte Zyklus von Schuberts „schöner Müllerin“ ist in der Wiener Zeitung vom 17. Februar 1824 mit dem Zusatz annonciert: „In Kurzem folgen diese Lieder mit Guitarre=Begleitung.“

Eine große Zahl der Lieder Schuberts sind in damaligen Gitarrenausgaben überliefert, aus der „Müllerin“ allerdings nur vier. Vermutlich waren die restlichen Lieder für den damaligen Käuferkreis zu schwierig. Die modernen Bearbeitungen lehnen sich an den Klaviersatz an, greifen jedoch auf gitarrentypische Spielfiguren zurück. Der intime Charakter der Gitarre kommt der Textausdeutung entgegen und stellt eine durchaus zu vertretende Alternative zur Klavierbegleitung dar.


Die schöne Müllerin.
Ein Zyklus von Liedern, gedichtet von Wilhelm Müller.
In Musik gesetzt von Franz Schubert, op. 25


I. Das Wandern ...........................Das Wandern ist des Müllers Lust

II. Wohin?....................................Ich hört’ ein Bächlein rauschen

III. Halt!........................................Eine Mühle seh ich blinken

IV. Danksagung an den Bach......War es also gemeint

V. Am Feierabend.......................Hätt ich tausend Arme zu rühren

VI. Der Neugierige.......................Ich frage keine Blume

VII. Ungeduld...............................Ich schnitt es gern in alle Rinden ein

VIII. Morgengruß..........................Guten Morgen, schöne Müllerin

IX. Des Müllers Blumen................Am Bach viel kleine Blumen stehn

X. Tränenregen............................Wir saßen so traulich beisammen

XI. Mein!.......................................Bächlein, laß dein Rauschen sein

XII. Pause.....................................Meine Laute hab ich gehängt an die Wand

XIII. Mit dem grünen Lautenbande..........Schad um das schöne grüne Band

XIV. Der Jäger..............................Was sucht den der Jäger am Mühlbach hier!

XV. Eifersucht und Stolz...............Wohin so schnell, so kraus und wild

XVI. Die liebe Farbe.....................In Grün will ich mich kleiden

XVII. Die böse Farbe.....................Ich möchte ziehn in die Welt hinaus

XVIII. Trockne Blumen..................Ihr Blümlein alle

XIX. Der Müller und der Bach.......Wo ein treues Herze in Liebe vergeht

XX. Des Baches Wiegenlied.........Gute Ruh, gute Ruh